• roswithazatlokal

27.06.2020


Hallöchen, Tagebuch! Ich bin`s wieder einmal, die Nanni *grins*!


Du bist gar nicht einfach zu finden. Den ganzen Laptop hab ich nach dir abgesucht. Hab überall hineingeschnuppert, hab ihn sogar pikobello geputzt, nur damit ich in dich reinschreiben kann. Aber wie du siehst, kann man sich vor mir noch so gut verstecken, ich finde alles und jeden. Nicht umsonst gelte ich hier im Haus als exzellente Jägerin *stolz schau*.


Heute ist Bügeltag. Öde, wenn du mich fragst. Die Hanni ist bei so etwas in ihrem Element. Unbeschreiblich, wie die sich wichtigmacht. Da tänzelt sie vom Wäschekorb auf den Tisch, vom Tisch auf das Bügelbrett und von dort wieder in den Korb. Jedes einzelne Wäschestück betatscht sie mit ihren Pfoten, platziert ihren Popsch drauf und beschnuppert und besabbert alles. Vor dem Bügeln und natürlich auch danach. Dass Frauli mit ihr schimpft, wenn sie ihr die Wäsche so abnudelt, wundert mich da gar nicht. Die Hanni zieht eine Mordsschnute und spielt beleidigte Leberwurst. Sie lässt Frauli regelrecht hängen, überlässt ihr die ganze Arbeit alleine. Na gut, übernehme halt ich ihren Part. Was die kann, kann ich schon lange. Wenn nicht sogar besser.

„Nanni, du haarst ja noch mehr als die Hanni. Schau nur, wie du meine Sachen vollhaarst“, lobt mich Frauli. Stolz strenge ich mich noch mehr an. Schade, dass die Hanni das jetzt nicht gehört hat!


Oben im Büro rumort es. Frauli und ich schauen uns unschlüssig an. „Komm, Nanni, wir schauen nach.“ Eh klar, dass ich da mitkommen muss. Man weiß ja nie, was einen erwartet, könnte ja auch eine Maus sein. Und im Mäusefangen ist Frauli nicht so gut. Die ist die reinste Katastrophe, was das angeht.


Wir schleichen uns also die Treppe hinauf und spähen vorsichtig um die Ecke. Die Hanni liegt auf dem Boden und kämpft verzweifelt mit einem pinkfarbenen Feind. Ich drehe mich weg zum Hinuntergehen, weil mit dem Flamingo werden Frauli und Hanni auch alleine fertig. Da sehe ich gerade noch aus dem Augenwinkel, dass dieses pinkfarbene Ding gar nicht der Flamingo ist. Neugierig schleiche ich näher. Und ersticke fast vor Lachen.


„Hanni, du ruinierst meine Unterwäsche!“ Frauli nimmt Hanni den Feind weg. Mit spitzen Fingern hält sie einer ihrer Unterhosen hoch. Hanni flennt sofort. Beleidigt rennt sie ins Wohnzimmer, legt sich in den Wäschekorb, ganz obendrauf auf die gebügelte Wäsche. Und schläft auch sofort ein. Ist das zu fassen?


„Die arme Maus, dass die sich aber auch immer so aufregt über alles.“ Wie bitte? Arme Maus? Komische Nudel würde es besser treffen. „Aufwecken tun wir sie jetzt aber nicht“, sagt Frauli. „Wir schaun uns einfach einen Film an bis sie wieder munter ist. Was meinst, Nanni?“ Wenn’s nicht wieder eine französische Komödie ist – gerne.

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