• roswithazatlokal

24.11.2020


Liebes Tagebuch,

heute bimmelt in aller Herrgottsfrühe bei uns der Wecker.

Warum? Keine Ahnung.


Frauli bildet sich ein, dass sie JETZT aufstehen will. Und wie heißt es so schön? Mitgehangen, mitgefangen.


Das hat man halt davon, wenn man in einer Wohngemeinschaft wohnt. Dass ich mir auch noch das Schlafzimmer mit Frauli teilen muss, ist leider unvermeidbar. Da kann ich machen, was ich will. Ich höre alles, sehe alles und bin immer mittendrin im Geschehen.

Natürlich hab ich schon versucht, meine Lage zu verbessern. Hab mich in meiner Bettzeuglade verkrochen, die Decke über den Kopf gezogen, die Ohrwaschel zugehalten, … hilft alles nix. Da kann ich auch genauso gut im Bett liegen bleiben.

Bliebe nur noch, Frauli auszulagern. Ich hab`s wirklich mit allen Mitteln versucht. Sogar mit Stinkbömbchen. Aber da wäre beinahe ich des Zimmers verwiesen worden. Seufz.


Na gut, denk ich mir. Morgenstund hat Gold im Mund. In meinem Fall kein Gold, sondern Frühstück. Und so taumle ich hinter Frauli die Stufen hinunter und verfolge mit zugekniffenen Augen (ich bring sie so zeitig noch gar nicht richtig auf) jeden Schritt von Frauli.

Die Nanni sitzt neben mir. Gestriegelt und gewaschen. Frisch zurück von der morgendlichen Patrouille. Ihr Fell riecht nach Kälte, Erde und Nässe. Grauslich halt, wenn du mich fragst.


Frohgelaunt und putzmunter summt die doofe Nuss fröhlich vor sich hin. Sie wackelt dabei leicht mit dem Kopf von einer Seite zur anderen, ihre Schwanzspitze gibt klopfend den Takt vor.

Wie kann man nur so gut aufgelegt sein um diese Uhrzeit? Und vor allem, wieso steht die dumme Kuh freiwillig noch früher auf als wir? Um sich draußen herum zu treiben? Ich werde das nie verstehen.


Das Radio plärrt. Frauli singt laut, falsch, aber voller Inbrunst mit. Dabei tänzelt sie mit einer Dose Futter vom Kühlschrank zur Abwasch, wo sie hin und her schlenkernd unsere Futterschüsseln reinigt.


Und plötzlich passiert folgendes:

Zeitgleich, beinahe synchron, fangen Frauli und die doofe Nuss an mit ihren Ärschen zu wackeln. Lautstark singen sie dazu: „Dududu, dudududududu, du, dududu, dudududududu, du, … heute, morgen, übermorgen, …“


Ich kann nicht mehr. Hunger hin oder her. Wortlos drehe ich mich um und gehe.

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