• roswithazatlokal

20.01.2021

Aktualisiert: Jan 26


Liebes Tagebuch,

leider Gottes passiert grad gar nix bei uns. Ich glaube, das liegt am Wetter. Also einmal abgesehen davon, dass Frauli glücklich ist, weil sie einmal mit uns Yoga machen durfte, ist hier alles wie immer.


Die Nanni meint, Frauli braucht gar nicht zu glauben, dass sie jetzt bei allen Freizeitaktivitäten mitmachen darf. Sie zeigt ihr sicherlich nicht, wie man einer Maus auflauert, sich diese schnappt und erlegt. Alles hat schließlich seine Grenzen!


Der Bertl motzt auch andauernd herum. Er sagt, unter keinen Umständen weiht er sie in die Geheimnisse der Futterbeschaffung innerhalb der Wohnung ein. Soll sie doch selber sehen, wie sie die ganzen Kastln und Verpackungen aufkriegt! Ein Zauberkünstler verrät ja auch nicht seine Tricks, hat er dann noch angefügt, und sich eine Packung Leckerli-Stangerl aus unserem Küchenkastl geklaut.


Alexander wiederum findet die Vorstellung lustig, dass nicht Frauli uns sondern wir dem Frauli Kommandos geben. Worauf der Dominik feststellt, dass das bei ihnen zu Hause sowieso die meiste Zeit so ist. Er versteht also nicht, was daran a) lustig und b) neu sein soll.


Nur der Diego kratzt sich am Kopf und murmelt: „Also ich fand das schön.“


Du fragst dich sicherlich, was meine Meinung dazu ist. Nun, wenn ich ehrlich bin … Ich weiß es nicht so genau. Einerseits mag ich ja dieses Rudel-Dings nicht so besonderns. Obwohl, wenn sie dann alle da sind, ist es eh lustig. Und wenn Frauli unbedingt zum Rudel dazugehören will, warum nicht. Eine mehr oder weniger ist auch schon egal. Außerdem steigt mit ihrer Aufnahme der Frauenanteil in der Gruppe, was für Frauli spricht.


Es war sogar irgendwie schön, Seite an Seite mit Frauli die Übungen zu machen. Aber unter uns gesagt, die stellt sich so was von ungeschickt an. Sogar das sehe ich positiv. Da steht man nämlich selber nicht ganz so als Depp da. Die Menschen sind echt so was von ungelenkig. Ich frag mich, wie die es schaffen ihren Popsch sauber zu halten.


Die Nanni meint abschließend, sie wird Frauli im Auge behalten und notfalls schließen wir sie wieder aus dem Rudel aus. Wir nicken alle zustimmend und vereinbaren als nächsten Termin den Mittwoch zur Mittagszeit.

“Aber ist Frauli da nicht bei den Kindern?“, frage ich später die Nanni.

“Jetzt wo du es sagst .... na schade“, antwortet sie.

Komisch, irgendwie glaube ich ihr das nicht. Ob sie absichtlich ...? Nein, so gemein ist nicht einmal die doofe Nuss.

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