• roswithazatlokal

17.01.2021


Liebes Tagebuch!


Stell dir vor, ich komm heute vom Garten herein ins Wohnzimmer – es ist ja ein Traum-Tagerl mit Sonne und Wärme, Vogelgesang und Käferbesuchen – und entdecke mein Frauli bäuchlings auf dem Boden liegend. Vorsichtig nähere ich mich ihr. Man weiß ja nie, was los ist, schon gar nicht bei Frauli. Irgendetwas wurschtelt sie unter der Couch herum. Sie ächzt und stöhnt dabei, als müsse sie eine Tonne stemmen. Ich sehe aber nix. Weder eine Tonne Mist noch eine Tonne Spielzeug, einfachn nix. Keine Ahnung, was die da treibt.


Schließlich rappelt sie sich ächzend auf, stöhnt: „Na gut, ich erwisch es so nicht. Dann werde ich halt die Couch verrücken." Mit einer Leichtigkeit, so als würde diese gar nichts wiegen, verrückt Frauli die Couch. Angestrengt stiert sie auf den Fußboden. „Da bist du ja.“ Sie bückt sich und hebt eine unscheinbare Haarspange auf. „Hast wohl geglaubt, du kannst mir entkommen.“


Was soll man dazu sagen, liebes Tagebuch? Dieser ganze Aufwand wegen eines schiachen Spangerls. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, redet sie dem leblosen Ding auch noch gut zu!

Wortlos gehe ich in die Küche. Und was sehe ich da?


Die Nanni, wie sie verzweifelt die ganze Küche nach etwas absucht. Sie beschnüffelt ihre Schachteln von oben bis unten, rückt sie zur Seite, beschnüffelt sie wieder und murmelt dabei: „Sie muss doch da sein.“ Ihre Suche wird immer verzweifelter, ihre Bewegungen immer hektischer. Und so geschieht es, dass eine der Schachteln umkippt und Nannis Spielmaus in hohem Bogen herauskatapultiert wird. „Da bist du ja, du Schlingel!“, schreit sie freudig auf und matcht sofort damit. „Egal wie gut du dich auch versteckst, ich finde dich!“


Ich gehe wortlos in meine Bettzeuglade.

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