• roswithazatlokal

30.11.2020

Aktualisiert: 1. Dez 2020


Liebes Tagebuch,

Frauli lockt uns in die Küche mit den Worten: „Ich hab Euch etwas mitgebracht!“

Neugierig laufen wir zu ihr. Die Nanni hockt sich sofort in ihre Schachtel und freut sich. Aber die freut sich immer. Einfach so, ohne zu wissen, was auf sie zukommt. Plemplem, wenn du mich fragst.

Da bin ich aus anderem Holz geschnitzt (mein Begriff des Tages). Erst muss man mir zeigen, was denn so Tolles auf mich wartet und dann freue ich mich. Vielleicht.

„Ja, was haben wir denn da?“ Frauli macht es echt spannend, das muss man ihr lassen. Sie hält uns ihre zu Fäusten geballten Hände unter die Nase. Also riechen tut da nix. Und groß kann das auch nicht sein, denn Fraulis Hände sind nicht gerade riesig.

„Und … taraaa!“ Sie öffnet die Fäuste und zwei Mini-Spielzeugmäuse kommen zum Vorschein. Im Ernst jetzt? Mini-Spielzeugmäuse?

Es ist ihr Ernst. Da kommt nix mehr nach. DAS ist unsere Überraschung.


Die Nanni, die doofe Nuss, stürzt sich gleich mit voller Begeisterung drauf. Tut gerade so, als wäre die Maus das größte Geschenk aller Zeiten. Als hätte sie ihr ganzes Leben darauf gewartet. Schupft sie durch die Gegend, schiebt sie von einer Ecke in die andere. Hat Spaß.

Ich hingegen bin durch und durch erschüttert, wie man auch nur im Geringsten glauben kann, dass so eine Maus DAS Geschenk für mich ist. Wenn es wenigstens eine essbare Maus wäre. Oder eine Stinke-Maus.


Um des lieben Friedens Willen tu ich halt so als ob. Stups die Maus ein bisserl an. Schieb sie in eine Ecke. Schmeiß sie kurz in die Höhe …


He, die ist aber frech. Die fliegt einfach raus aus der Küche ins Vorzimmer und versteckt sich unterm Teppich. Na, warte, dich erwisch ich. Ha, Bursche, damit hast du wohl nicht gerechnet: Ich hab dich gesehen, du entkommst mir nicht. Wo ist sie denn? Oh, da ….



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