• roswithazatlokal

22.12.2020


Liebes Tagebuch,

erst muss ich in aller Herrgottsfrühe aufs Klo – ich hätte gestern die Milch vorm Einschlafen doch nicht mehr trinken sollen – und dann verwickelt mich auch noch eine Horde Piepmatz-Rowdys in ein Streitgespräch. Na denen hab ich`s aber gegeben. Nicht nur, dass sie gratis unsere Sträucher benützen dürfen, füttern wir sie das ganze Jahr auch noch durch. Und dann vielleicht auch noch Randale machen! Pfff!


„Hanni, wieso so verärgert?“ Dominik steht wie aus dem Nichts vor mir. Flüchten oder bleiben? Ich blicke mich nach allen Seiten um.

„Dominik? Seid Ihr wieder gesund?“ Wenn er mich jetzt haut, rede ich nie wieder mit ihm.

„Ja, Gott sei Dank. Das hat sich echt hingezogen. Frauli übertreibt ja immer gewaltig. Die hat uns zig Mal zum Tierarzt geschleppt. Wie oft ich gepiekst geworden bin die letzten Wochen …“

„Hast du die Nanni schon gesehen?“

„Nö. Aber eigentlich wollte ich eh zu dir.“

Ojegerl, das kann nix Gutes bedeuten. „Zu mir?“

„Ja, ich hätte Lust auf eine Meditation. Das ist mir echt abgegangen, das Gesinge mit dir.“ Er grinst mich breit an.

„Echt?“ Verscheissert der mich?

„Ja, der Maxi kommt auch, wenn`s dir recht ist. So wie immer? Wir kommen dann rüber.“

„Okaaaaay.“ Das ist mir jetzt doch ein bisserl unheimlich. Mit einem „Tschüss!“ renne ich zu unserer Katzenklappe und lehne mich keuchend von innen dagegen. Wieso wollen die zu mir? Es sind doch Nannis Freunde.






Liebes Tagebuch,

ich bin es, Frauli.


Folgende Szene erlebe ich heute beim Nachhause kommen:

Dominik und Maximilian, die anscheinend wieder raus dürfen, sitzen mitten auf meinem Couchtisch. Mit den Vorderpfoten trommeln sie wild darauf herum, ihre Köpfe zucken hektisch auf und ab. Hanni und Nanni bewegen sich dazu graziös tänzelnd auf der Couch. Sie singen ein Lied, dessen Text ich nicht verstehe.


Als sie mich erblicken, verstummen alle vier. Dann zeigen sie wie auf Kommando mit ihren Vorderpfoten auf mich und schmettern: „Dududududududuuu, don`t worry, be happy!“


Ich glaube, es ist besser, ich geh schlafen.

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