• roswithazatlokal

14.01.2021

Aktualisiert: Jan 17


Liebes Tagebuch,

unsere Katzenkleidung ist angekommen! Die waren echt flott mit dem Ausliefern. Wahnsinn.


Voller Freude feuere ich Frauli an, die Sachen doch ein wenig schneller auszupacken. Die lässt sich natürlich zu Fleiß extrem viel Zeit dafür. Eh klar. Das war ja auch vorauszusehen, findest du nicht auch, liebes Tagebuch?

„Nun mach schon!“, maunze ich sie grantig an.


„Ja, ich mach ja schon.“ Sie grinst mich an und durchschneidet genüsslich langsam das Plastikband, welches die Schachtel zusammenhält. Sorgfältig wickelt sie es auf, legt es beinahe liebevoll in den Mistkübel. Mehr schleicht sie als sie geht zum Messerblock, greift sich unser „Paket-aufschlitz-Messer“ und durchtrennt das Klebeband auf der Schachtel. Bedächtig öffnet sie diese.


Neugierig gaffen die Nanni und ich in die Schachtel. Die doofe Nuss ist ebenso aufgeregt wie ich, wie ich amüsiert feststelle. Innen drinnen liegen in Plastik verpackte Teile und kleine Schuhschachteln.


„Komm her, Hanni. Du darfst alles als Erste probieren. Es war ja deine Idee. Und dann kommt die Nanni dran.“ Frauli schnappt mich, stellt mich auf den Esszimmertisch und stülpt die süßen roten Stiefelchen über meine Pfoten. Sie sitzen wie angegossen. Stolz schaue ich auf sie hinunter. Nie mehr nasse und kalte Füße. Herrlich!

„So, jetzt noch deinen Parka. Ich setz dir auch gleich die Kapuze auf. Du wirst dir das aber alleine nicht anziehen können, aber ich helfe ja gerne.“ Hämisch grinst sie mich an.


Eingemummelt stehe ich schließlich vor dem Spiegel und betrachte mich von allen Seiten. Na ja, nicht einmal so schlecht. Im Spiegel sehe ich die Nanni hinter mir auf dem Boden liegen, sie kugelt sich vor Lachen. Blöde Kuh aber auch!


„Geh doch einmal ein paar Schritte“, befiehlt mir Frauli.

Stolz versuche ich eine Pfote vor die andere zu setzen. Nur mühsam bringe ich einen Mini-Schritt zusammen. Die Schuhe stören mich gewaltig beim Gehen. Mittlerweile schwitze ich derart unter meinem Parka, dass mir schon ganz schlecht ist.


„Warte, ich trage dich auf die Terrasse. Da kannst du gleich einmal testen, ob es dir wärmer ist in deiner Winterbekleidung.“ Frauli trägt mich auf die Terrasse. Kann es sein, dass sie sich auf meine Kosten amüsiert?

„Ausziehen. Bitte ausziehen“, krächze ich nach gefühlt tausend Gehversuchen und halte Frauli meine Pfoten hin.

„Aber gerne doch.“ Sie streift mir die schicken Stiefelchen von den Pfoten. „Und wie ist der Parka?“

„Heiß.“

„Hm, vielleicht, weil du ein dickes Fell hast?“

Beschämt senke ich den Kopf. So ein Mist aber auch. Jetzt kriegt die schon wieder recht.


„Komm, Nanni, jetzt bist du dran.“ Frauli hält Nanni die grünen Stiefel hin. Nanni schüttelt energisch den Kopf. „Du magst nicht? Na geh.“ Schadenfroh grinst Frauli. „Aber deinen hübschen Parka möchtest du doch sicherlich probieren.“ Nanni schüttelt den Kopf und rennt so schnell sie kann hinten beim Garten hinaus.

„Und weg ist sie.“ Frauli wendet sich wieder mir zu. „Darf ich das jetzt bitte zurück schicken?“ Beschämt nicke ich. „Hältst du dich jetzt endlich an dein Bestellverbot?“ Wieder nicke ich. „Solltest du dich nicht daran halten, kaufe ich dir eigenhändig Katzenkleidung und ziehe dir jeden Tag zum Wetter und zur Gelegenheit passend etwas davon an. Haben wir uns verstanden?“ Mein Kopf sinkt bis zum Fußboden. Ich hasse es, wenn sie gewinnt!



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