• roswithazatlokal

11.09.2020


Liebes Tagebuch,

stell dir vor, was heute wieder passiert ist!


Also, ich lieg mitten auf dem Esszimmertisch, denk mir nix Böses und döse. Da geht die Katzenklappe auf und die Nanni rennt mit einer Maus herein. Wie immer kichert diese doofe Nuss dabei auch noch die ganze Zeit selbstgefällig.


Aber das wäre ja noch nicht so schlimm. Na ja, schon. Aber es wird ja noch ärger.


Die setzt die Maus doch tatsächlich in meine Spielzeugkiste! Ist das zu fassen! Was, wenn die Maus krank ist. Wenn sie meine Spielsachen ansteckt mit Mäusegrippe oder so? Was, wenn sie Flöhe hat? Ich sehe direkt vor mir, wie sich die kleinen Biester an meinen armen Federfisch ankrallen. Brrr!

Was denkt sich die blöde Kuh eigentlich dabei? Wahrscheinlich gar nichts. Denken war noch nie ihre Stärke.


Und die Maus erst! Anstatt so schnell wie möglich rauszukrabbeln aus meiner Spielzeugkiste, vergrabt die sich auch noch ganz tief darin. Taucht einfach unter. Schwupp und weg ist sie!


Aber das Aller-Allerschlimmste ist dieses dämliche Gekichere von der Braungestreiften. Die amüsiert sich da voll auf meine Kosten.


Panisch versuche ich zu retten, was zu retten ist. Zuerst bringe ich den Federfisch und den Flamingo aus der Gefahrenzone. Im Vorzimmer sind sie vorerst in Sicherheit. Dann folgt das Küken. Das ist ja noch ein Baby, das kann sich ja gar nicht alleine gegen Übergriffe wehren, das arme Ding.


Gerade wie ich meinen Lieblingsball rausfische, stupst mich die Nanni zur Seite. Mit Schwung schupft sie einen der Bälle aus der Kiste. Freudig springt sie hinein, wühlt sabbernd darin herum. Na servus, jetzt muss ich wirklich alles gründlichst reinigen. Super, danke Nanni!


Mit ihrer hässlichen Schnauze pflügt die Getigerte durch meine Spielsachen und zieht schließlich triumphierend die laut piepsende Maus unter meinem Stinkepolster hervor.


Ich kann mir das nicht länger anschauen. Mit Schwung hole ich aus und schlag meiner Möchtegern-Schwester die Beute aus dem Maul. Die Maus fällt zu Boden, rappelt sich auf und düst davon, verkriecht sich unter Fraulis Couch.


Mich würde echt interessieren, wie viele Mäuse mittlerweile da drunter wohnen. Wahrscheinlich haben wir da schon ein ganzes Dorf. Also wenn Frauli das mitkriegt, dann hat die es aber schön, die Nanni. Weil, dass ich mich für so etwas nicht hergebe, das weiß Frauli nur zu gut. Da bin ich raus aus der Schusslinie. So eine sanfte Seele wie ich würde niemals …


Oh, da ist sie ja, die Maus. Pfff, wenn ich Glück habe erwische ich sie noch vor der Nanni!

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