• roswithazatlokal

10.08.2020


Liebes Tagebuch,


es geht drunter und drüber bei uns. Frauli ist so was von durchgedreht. Ob ihr eine Tasse mit einem Heißgetränk hilft um wieder runter zu kommen? Sheldon Cooper schwört jedenfalls darauf.

Du kennst doch Sheldon, liebes Tagebuch? Du weißt schon, der von der TV-Serie „The Big Bang Theorie“.

„Hannniii!“

„Waaas?“

„Du sollst nicht dauernd Nannis Futter mampfen. Wenn du ständig die doppelte Portion mampfst …“

„Tu ich doch gar nicht.“

„Tust du doch.“

„Sagt wer?“

Frauli schnappt mich wortlos, stellt sich mit mir auf die Waage. Triumphierend zeigt sie auf die Anzeige. „Und? Noch Fragen?“

„Ja. Wie viel Schoki hast du eigentlich gestern in dich hineingestopft?“ Ha, das sitzt!

„Mpff.“


Seit Frauli zu Hause ist, überwacht sie alles. Nichts entkommt dieser Frau. Die zählt sogar mit, wie viel Schluck Milch ich zu mir nehme. Ehrlich. Es ist furchtbar, liebes Tagebuch. Mir ist früher nie aufgefallen, wie anstrengend so ein Urlaub ist.


„Hanniii!“ Ich tu ganz einfach so, als hätte ich nichts gehört. „Ich weiß genau, dass du mich gehört hast. Also?“ Ich schweige.“Hannniiii!“

„Jaaa!!!!“

„Wieso trinkst du einfach meinen Kakao aus?“

„Ich?“

„Ja, du.“ Ohne meinen Anwalt sage ich jetzt gar nichts mehr. „Ich weiß, dass du es warst.“ Pfff! „Sieh mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede.“ Ich gähne gelangweilt. Ihre Verdächtigungen sind lächerlich. Das muss sie mir erst einmal beweisen, dass ich das war.

„Vorher war das Häferl voll, jetzt fehlt die Hälfte.“ Na und? Was will sie mir damit sagen? Dass ich zu wenig auf ihr Häferl aufpasse, oder was? „Dein Schnauzerl ist mit Kakao verschmiert.“

„Ist es nicht.“ So, jetzt reicht es aber schön langsam. Schließlich hab ich mich vorher gründlich gewaschen.


Ich werde gepackt und vor den Spiegel gezerrt. Streng sieht mir Frauli daraus entgegen.

„Das bin ich nicht“, leugne ich. "Das ist eine andere Katze, direkt hinter dem Spiegel."


Die Katzenklappe geht, Nanni kommt heim. Beim Anblick von Frauli stutzt sie kurz. Zum Umdrehen ist es jedoch zu spät. Trotzig hält sie Fraulis Blick stand.


Frauli zeigt auf Nannis Schnurrhaare. „Du auch, Brutus?“ Verdutzt sehen wir uns an. Wer zum Teufel ist Brutus? Und wenn er es war, wieso stehen wir dann hier als Beschuldigte im Vorzimmer herum?

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