• roswithazatlokal

08.09.2020


Darf ich mich vorstellen: Bond, Hanni Bond. Die Spionin, die aus der Kälte kommt. Genauer gesagt aus dem Garten, wo es gar nicht so warm ist, wie man laut Wetterbericht vermuten möchte.


Liebes Tagebuch, siehst du, was ich sehe?

Ich hab`s extra fotografiert, denn das glaubt mir ja sonst wieder niemand. Da brauchts Fakten, vor allem bei Frauli. Du kennst sie ja, wie sie ist. Die Nanni ist ja immer sooo brav. Nein, die süße Nanni stellt doch nichts an.


Frauli ist ja blind und taub was die doofe Nuss betrifft. Nur bei mir sieht sie immer alles.


Aber dieses Mal kommt mir die gestreifte Kuh nicht so einfach davon. Dieses Mal nicht! Ich hab alles festgehalten mit der Laptop-Kamera.


Ha, dass ich das kann, damit haben die ja nicht gerechnet, die Nanni und das Frauli. Und ehrlich gesagt, hab ich ja auch nur durch Zufall entdeckt wie das geht. Aber sollen sie mich nur für ein Genie halten, die beiden hinterlistigen Weiber.


Ich hab gedacht, ich sehe nicht recht. Die doofe Nuss benimmt sich direkt vor meinen Augen und der Laptop-Linse derart daneben, da kann ich ja gar nicht anders als abzudrücken. Das ist wahrscheinlich meine einzige Chance sie zu überführen, dieses Luder.


Und voila: Hier siehst du sie: Nanni beim Futtern von Fraulis Grießbrei!


Was wetten wir, dass die mir das ohne Bedenken wieder in die Schuhe geschoben hätten, die zwei?


Wenn ich nicht dieses brisante Beweismaterial hätte, dann sähe meine unmittelbare Zukunft schlecht aus. Die Strafe dafür wäre wahrscheinlich wieder einmal gewaltig ausgefallen. Mit Sicherheit wären Schimpfe da noch das Mindeste, was ich ausgefasst hätte. Oder vielleicht sogar die Höchststrafe: Leckerli-Verbot für einen Tag!


Ich freue mich schon auf Fraulis Reaktion, wenn sie heimkommt und ich ihr die Fotos präsentiere. Und auf Nannis Gesicht, wenn ich ihr Lügengebäude wie ein Kartenhaus einstürzen lasse.


Juchuh, das Leben ist schön!



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