• roswithazatlokal

07.12.2020

Aktualisiert: 9. Dez 2020


Liebes Tagebuch,

heute ist Bett beziehen dran. Unser Bett sieht aus wie ein Clownfisch: orange-weiß gestreift. Eine Veränderung ist mehr als überfällig, sagt Frauli.


Gemeinsam überlegen Frauli und ich, welche Bettwäsche wir nehmen sollen. Wonach steht uns heute der Sinn? Romantik? Kühler Norden? Feuer und Temperament?

Der Einfachheit halber hüpfe ich in den Kasten und besehe mir die Auswahl aus der Nähe.

„Hanni, komm bitte heraus.“ Nein.

„Hanni, das ist alles frisch gewaschen.“ Na, das will ich doch stark hoffen.

„Hanniii!“ Pfff!

Und dann sehe ich sie. Ganz hinten im Regal. Kuschelig weich und warm. Ich schmuse mich tief hinein, erschnüffle den Duft von Frische.

„Hanni!“ Nein, ich bleibe hier. So gemütlich hatte ich es schon lange nicht mehr.


Ich spüre, wie ich Arschlings aus dem Kasten gezogen werde. Ich schaffe es gerade noch, meine Krallen in MEINE Bettwäsche zu schlagen.

„Hanni, lass aus!“ Nein.

„Hanni, du räumst mir das ganze Kastl aus, wenn du nicht loslässt.“ Nein.

Mit einem Ruck zieht mich Frauli aus dem Kasten. So stehen wir nun da: Aug an Popsch. Also ihr Aug und mein Popsch.

„Schau nur, was du schon wieder angestellt hast.“ Das war ich nicht. Das warst du. Aber um des lieben Friedens Willen schaue ich halt.


Unter mir liegt ein Berg Bettwäsche. Alles ist total durcheinander und komplett vernudelt. Frauli sollte echt einmal aufräumen. So ein Saustall aber auch!

An meinen Vorderpfoten hängt noch immer mein auserwählter Bettüberzug.

„Gib schon her!“ Frauli setzt mich ruckartig aufs Bett und entreißt mir die Bettwäsche. Irgendwie wirkt sie etwas giftig.


Das neue Bett sieht so hübsch aus. Und es passt so gut zu meinem Näschen und meinen Pfötchen. Wir schlafen die nächsten Tage in einem Punschkrapferl. Ist das nicht schön?





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